Systemische Sprachtherapie

Gründe, systemisch-sprachtherapeutische Hilfe zu suchen:

Logopädie Bergisch Gladbach, Gruppentherapie mit stotternden Menschenrn

Worum geht es in der Systemischen Sprachtherapie?

 

 

Manche Probleme und schrift-(sprachlichen) Auffälligkeiten beeinflussen nicht nur die davon betroffene Personen, sondern auch das ganze mit ihr zusammenhängende System. Oftmals ist das die Familie.

Wenn zum Beispiel ein Kind starke Redeunflüssigkeiten beim Sprechen zeigt, ein anderes im Kindergarten konsequent schweigt oder die Noten eines Jugendlichen durch Lernschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben und wenig Konzentration und Unruhe in der Schule massiv immer schlechter werden, ist dieses Symptom oder die damit zusammenhängenden Diagnosen (Stottern, Selektiver Mutismus, LRS, ADHS) nicht nur an das Kind oder dem Jugendlichen gebunden.

Vielmehr hängt das „Problem“ wie in einem Mobile, bei der alle Teile miteinander in Verbindung stehen und gemeinsam in Schwingung gesetzt werden, mit in der Familie und bringt auch die restlichen Mitglieder in negative Bewegung. Oft führt dies zunächst dazu, dass der „Symptom-“ oder „Diagnoseträger“ als alleinig verantwortlich für die Beseitigung der „Störung“ des Systems gesehen wird. Meist stecken aber hinter den sichtbaren Verhaltensweisen komplexe auffällige Dynamiken im gesamten Bezugssystem (Familie, Schule, Kindergarten, usw.).

Die klassische kindzentrierte Therapie in der Logopädie sieht in den Eltern den verlängerten Arm des Therapeuten. Es ist gängige Praxis, Eltern Übungsaufgaben mitzugeben, um Intensität und Kontinuität der Therapie zu sichern sowie den Transfer der erworbenen Fähigkeiten in den Alltag zu gewährleisten. Doch inwiefern werden hierbei die Bedürfnisse der Familien sowie die individuellen Voraussetzungen und Kompetenzen der Eltern berücksichtigt?

Eine ausschließliche Einzeltherapie, bei der eine Person das Problem alleine lösen soll, hilft leider oft nur sehr wenig oder kann zusätzlichen Druck erzeugen.

Es ist wichtig, dass alle Personen im „Problemsystem“ in den therapeutischen Prozess einbezogen werden, um Möglichkeiten und Ideen, die zur Lösung im System schlummern, aufzudecken und sich gegenseitig mit den vielfältigen Ressourcen, die jeder einzelne mitbringt, zu unterstützen.

Beispiel:

 

Felix besucht die 6. Klasse und spricht in der Schule nicht mit den Lehrern. Die Versetzung ist aufgrund der schlechten mündlichen Noten gefährdet und Felix weigert sich zunehmend die den Unterricht zu besuchen. Der Kinderpsychiater, den die Eltern in großer Not aufsuchen, stellt die Diagnose „Selektiver Mutismus“.

Eine rein kindzentrierte logopädische Einzeltherapie des Mutismus erscheint hier wenig zieldienlich, da weder die Eltern mit ihrer großen Sorge um Felix ausreichend gewürdigt werden können noch die individuelle Sinnhaftigkeit von Felix Schweigen im Systemkontext genau exploriert werden kann. Wertvolle Hinweise und Lösungsmöglichkeiten, die aus dem System kommen, es so entlasten könnten und es Felix so ermöglichen könnten, in der Schule zu sprechen, bleiben ungesehen.